Die lange Nacht der Autoren

Mikrofon und Stühle im Garten

Die lange Nacht der Autoren

Thema: 60 Jahre Mauerbau

Safiye Can, Tanja Dückers, Uwe Kolbe, Grit Poppe, Lutz Rathenow, Kathrin Schmidt, Ron Segal, Volker Sielaff

02.07.
18:00

Die seit vielen Jahren vom Erich Kästner Haus für Literatur gepflegte Lange Nacht der Autoren weist, indem sie in diesem Jahr der Errichtung der Berliner Mauer gedenkt, die sich 2021 zum sechzigsten Mal jährt, auf die Funktion der Literatur hin, die sie per se übernimmt, wenn sie wahrhaftig ist: auf die Bewahrung von Erinnerung. Menschen, die sich nicht mehr erinnern, sind leichter zu manipulieren.

Vier auswärtige Dichter*innen treffen auf vier einheimische, vier überregionale auf vier Dresdner, so dass es zu einer produktiven Auseinandersetzung, im besten Sinne einer osmotischen Durchdringung von Innen und Außen kommt, von poetologischen und ästhetischen und in diesem besonderen historischen Fall auch von politischen Positionen.

Die Erinnerung an die Berliner Mauer als Symbol der deutschen Teilung und Ausdruck des totalitären Regimes im Osten Deutschlands ruft bei allen der eingeladenen acht Autoren recht unterschiedliche Assoziationen und Schreibanlässe hervor. Die nachgeborenen, jüngeren Autor*innen, besonders wenn sie aus dem westlichen Teil Deutschlands kommen, haben einen ganz anderen Blick auf das Thema als die, die in Berlin gelebt haben und die sächsischen Autor*innen nähern sich diesem Thema wiederum anders.

Der Jüngste in der Runde ist Ron Segal (Jahrgang 1980), der Älteste Lutz Rathenow (Jahrgang 1952). Wie eine Klammer umfassen die beiden mit ihren sehr unterschiedlichen Erfahrungen, politischen wie ästhetischen, mit ihrer lokal geprägten Weltsicht die übrigen Dichterinnen und Dichter.

Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven, mit der zu rechnen ist, macht gerade die Attraktivität des Leseabends aus.

Moderation:
Michael G. Fritz