Lesung

Do. 26.03.2020
6 € / 4 € ermäßigt
Marko Martin - "Dissidentisches Denken"

Lesung und Gespräch aus unserer Reihe "30 Jahre Deutsche Einheit"

In Kooperation mit dem sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Foto: Privat

 

19:00

Marko Martin porträtiert in einem dichten geistigen Gewebe dissidentische Denker mit ihren beindruckenden Biografien. Mit vielen hat er über Jahre hinweg gesprochen, mit ihnen diskutiert und korrespondiert, ist weit zu ihnen gereist. Vor dem Leser tut sich ein erschütternder Kosmos zwischen den Totalitarismen auf, zwischen Gestapo und sowjetischem NKWD, Zensur und Samisdat, zwischen Anpassung und Widerstand.

„Die Zeit“ stellt fest: „Eine starke intellektuelle Erzählung vom 20. Jahrhundert: Das unsichtbare Band kluger Geister gegen die Unfreiheit.“

Martin, geboren 1970 im sächsischen Burgstädt, kann aus politischen Gründen nicht studieren, verweigert den Dienst in der NVA und verlässt im Mai 1989 die DDR.  Er lebt als Schriftsteller und Publizist in Berlin. Martin arbeitet für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkanstalten, hat Hörspiele, Essays, Gedichte, Erzählungen und Romane geschrieben, politische und Reisebücher.

(Michael G. Fritz)

Moderation: Michael G. Fritz

6 € / 4 € ermäßigt

Mi 25.03.2020
Eintritt frei
Norbert Scheuer - "Winterbienen"

Lesung und Gespräch in unserer Reihe "Zusammenspiel" (Kooperation mit dem Sächsischen Epilepsiezentrum)

Foto: Elvira Scheuer

 

19:00

Januar 1944: Während über der Eifel britische und amerikanische Bomber kreisen, gerät der wegen seiner Epilepsie nicht wehrtaugliche Egidius Arimond in höchste Gefahr. Er bringt nicht nur als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. 

Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in "Winterbienen" einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft. (C.H. Beck)

Für seinen Roman, der die turbulenten letzten Kriegsjahre in der Eifel mit der Krankheit des Protagonisten und dem Leben seiner Bienen verwebt, wurde Norbert Scheuer mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019.

Moderation: Michael G. Fritz; Dr. Thomas Mayer

Eintritt frei!

Son 23.02.2020
6 € / 4 €
Kästner-Geburtstag - Felicitas Hoppe

Lesung zum 121. Geburtstag von Erich Kästner mit der letzten Trägerin des Erich Kästner Preises für Literatur

Foto: Anita Affentranger

19:00

Hoppe, 1960 in Hameln geboren, lebt als Schriftstellerin in Berlin und Leuk. Seit 1996 veröffentlicht sie Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Feuilletons; sie ist auch als Übersetzerin tätig. 2012 erschien der Roman „Hoppe“; im Frühjahr 2018 ihr neuester Roman „Prawda. Eine amerikanische Reise“. Hoppe ist reisend und vortragend rund um die Welt unterwegs.  Sie ist Trägerin des Georg-Büchner-Preises und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erhielt sie ein Ehrendoktorat der Leuphana Universität Lüneburg.

 

Eine Autorin, deren raffinierte Maskeraden und glatte Lügen einem phantastischen Einfallsreichtum entspringen - ganz nach Erich Kästners Geschmack.
Die Lüge ist dabei immer die kleine, kecke Schwester der Imagination, von stilistischen Anverwandlungen und Einverleibungen so unterschiedlicher Genres wie Ritterepos, Märchen, Entdeckerbericht oder reflexiver Autobiografie: Sie setzt frech einen Kontrapunkt zum offensichtlich Erwartbaren, und diese Frechheit wirkt so befreiend und tröstend wie die Sensationen, die Hoppe in ihren phantastischen Dichtungen behauptet und spielerisch flunkernd bewahrheitet. (Hans-Jost Weyand)

Lesung und Gespräch

6 € / 4 € ermäßigt

Son 23.02.2020
6 € / 4 € / Familienkarte 10 €
Kästner-Geburtstag - Arne Rautenberg

Lyriklesung für Kinder zum 121. Geburtstag von Erich Kästner

Foto: Birgit Rautenberg

11:00

Arne Rautenberg,1967 in Kiel geboren, studierte Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur­wissenschaft und Volkskunde. Seit 2000 lebt er als freier Schriftsteller und Künstler in sei­ner Geburtsstadt. Viele seiner Gedichte sind in Schulbücher aufgenommen worden. 2013 verlieh ihm die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Liliencron-Dozentur für Lyrik. 2016 erhielt Arne Rautenberg mit dem Josef-Guggenmos-Preis den ersten Preis für Kinderlyrik, der je in Deutschland vergeben wurde. 2017 wurde er in die Deutsche Akade­mie für Sprache und Dichtung gewählt.

 

Witzig und informativ führt Rautenberg in die Welt seiner Gedichte ein. Denn Gedichte machen Spaß! Sie können sich reimen oder auch nicht, sie können zum Lachen reizen und zum Nachdenken anregen. Zusätzlich zur Lesung erzählt Arne Rautenberg die Ent­stehungsgeschichten hinter den Gedichten und erleichtert so den poetischen Zugang zur wunderbaren Form des Gedichts. Natürlich darf mitgemacht werden! Stets geht es ihm darum, über die Sprache etwas Neues zu ent­decken, sich überraschen zu lassen und ins Staunen zu geraten – Achtung: Jetzt auch mit Gruselgedichten!

Lesung und Gespräch

6 € / 4 € ermäßigt

Familienkarte 10 €

Do. 06.02.2020
6 € / 4 €
Aleš Šteger

Lesung und Musik

Foto: Edith Cota

 

19:00

Über „Logbuch der Gegenwart“
Eindringlich und atmosphärisch: vier Reisen zu den Brennpunkten unserer Zeit.
Vier Städte und Landschaften, die teils fernab unserer Lebenswelt liegen und dennoch die Probleme unserer gemeinsamen Gegenwart offenbaren: Aleš Šteger reist an faszinierende Orte abseits der Touristenpfade, wirft sich ins Getümmel hektischer Metropolen und begegnet berührenden menschlichen Schicksalen. Aus Shanghai berichtet der slowenische Schriftsteller vom Alltag unter Überwachung durch Künstliche Intelligenz. Mit den russischen Solowezki-Inseln betritt er heiligen Boden mit traumatischer Gulag-Vergangenheit. Im sächsischen Bautzen besucht er ein ehemaliges Stasi-Gefängnis und wird mit dem Rechtsruck in Politik und Gesellschaft konfrontiert. Ein weiteres Ziel ist das südindische Kochi. (Haymon Verlag)

 

Zu „Über dem Himmel unter der Erde“
"Liebe ist / eine kleine Katze / die Wasser trinkt / aus einer Schale mit / Sprung." So einfach kann ein Gedicht sein, so konzentriert, so rhythmisch, so schön. Der Slowene Aleš Šteger ist einer der bekanntesten Dichter seiner Generation: Sein neuer Band fasziniert durch Fülle und Lakonie, durch Witz und Formbewusstsein, durch leuchtende Farben und Präzision. Der genaue Blick prägt auch diese Gedichte, in der klangvollen Übersetzung von Matthias Göritz.
(Hanser Literaturverlage)

 

Aleš Šteger, geboren 1973 in Ptuj, ist Dichter, Schriftsteller und Lektor. Er veröffentlichte bislang sechs Lyrik- sowie mehrere Prosabände. Für seine Gedichte und Essays, die in viele Sprachen übersetzt, erhielt er zahlreiche Preise. Zudem übersetzt er aus dem Deutschen, Englischen und Spanischen, u. a. Werke von Gottfried Benn und Peter Huchel; er arbeitet als Kurator und Literaturveranstalter in internationalen Netzwerken.

 

Der aus Slowenien stammende Akkordeonist Jure Tori ist einer der vielseitigsten Musiker in der Weltmusikszene. Seine Engagements in unterschiedlichen Ländern prägen dabei seinen Stil auf ganz eigene Weise.

Aleš Šteger präsentiert im Rahmen einer Doppellesung sein neustes Werk "Logbuch der Gegenwart. Aufbrechen", sowie Texte aus "Über dem Himmel unter der Erde".

Musikalische Begleitung: Jure Tori (Akkordeon)

6 € / 4 € ermäßigt

Fr. 24.01.2020
Eintritt frei
Benedikt Dyrlich

"Leben im Zwiespalt 2"

 

19:00

Im zweiten Band seiner dokumentarischen Autobiografie beschreibt Benedikt Dyrlich die Etappen nach der Wende. Das erste Kapitel umfasst die Jahre seines Wirkens im Sächsischen Landtag als Abgeordneter der SPD-Fraktion, das zweite die Zeit, in der er Chefredakteur der sorbischen Tageszeitung Serbske Nowiny war. Das dritte Kapitel schildert die Jahre nach seinem schweren Unfall im Sommer 2009, der ihn plötzlich aus dem beruflichen Alltag riss.

Der Umbruch 1989/90 hat auch Dyrlichs Leben entscheidend verändert. Ob als Politiker, Journalist oder Vorsitzender des Sorbischen Künstlerbundes, unermüdlich, bisweilen mit ungestümer Hartnäckigkeit, setzte er sich für die Gegenwart und Zukunft seines Volkes ein, für dessen Literatur und Kunst. Er stritt für die Unabhängigkeit der Medien, für Demokratie bei den Sorben und fiel dabei nicht selten in Ungnade. Das Buch zeichnet seinen Weg in den neuen politischen Verhältnissen und seine persönliche Sicht auf die Ereignisse zum Zeitpunkt des Geschehens.

(Michael G. Fritz)

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch aus der Reihe "Dresdner Buchpremieren"

Moderation: Peter Thiemann

Mi 29.01.2020
6€ / 4€
+++ entfällt leider +++ Lukas Bärfuss - "Malinois"

Lesung mit dem Georg-Büchner-Preisträger 2019

©Foto: Stefano de Marchi

 

19:00

Die Liebe und das Begehren in all ihren Spielarten sind die Fluchtpunkte in diesen Erzählungen von Lukas Bärfuss. Wie begegnen wir uns? Welche Sehnsüchte treiben uns um? Nach welchen Vorlagen entwerfen wir die Geschichten unserer Leidenschaften? Bärfuss zeichnet eine Kartographie der Passionen. Seine Geschichten handeln von Grenzerfahrungen, die wir mitten im Alltag machen können. Sie zeigen die Momente der Verwandlung.

(Wallstein Verlag)

 

Die Werke des in der Schweiz geborenen Bärfuss wurden bereits mehrfach übersetzt. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und wurde zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet.

Leider musste Lukas Bärfuss die Lesung aus persönlichen Gründen absagen.

Einen Alternativtermin werden wir in Kürze bekannt geben.

Bereits erworbene Eintrittskarten bekommen Sie bei uns selbstverständlich erstattet. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis!

Son 22.12.2019
Eintritt frei
Adventslesung

Lesung im Rahmen des Neustädter Advents

18:00

Auch in diesem Jahr findet wieder eine Lesung im Rahmen des Neustädter Advents im Lesecafé des Erich Kästner Hauses für Literatur statt. Auf dem Programm steht natürlich (auch) Kästner, der seine so ganz eigenen Erfahrungen mit Weihnachtsmännern und Co. gemacht hat. Entstanden ist eine ganze Reihe weihnachts(un)tauglicher Texte zum Kopfschütteln, Lachen – oder beides zugleich.

Jedes Jahr lädt der Verein Dresdner Barockviertel Königstraße Prominente der Stadt aus Kultur, Wirtschaft, Politik, Sport und Wissenschaft ein, im Quartier ihre ganz persönliche Adventsgeschichte vorzutragen. Ob ganz klassisch oder neu, ob fröhlich skurril oder besinnlich - so facettenreich wie das Viertel zwischen Albertplatz und Augustusbrücke ist auch das Programm.

 

 

Es lesen Petra Qadan und Willi Hetze.

Mo. 16.12.2019
6€ / 4€
Alle Jahrtausende wieder

Ich bringe euch alte neue Mär

Lesung und Musik mit Michael Bartsch und Christian Mögel

19:00

In Bethlehem wird zum Zweck der Weltmissionierung eine Fernseh-Erlösershow inszeniert, der Fötus in Marias Bauch sinniert über seinen Auftrag, der große Demiurg überlegt, ob sich die Entsendung seines Sohnes auf diesen nicht lernfähigen Planeten noch lohnt. Ochs und Esel können diese Zugereisten aus Galiläa nicht ausstehen, und Ganzjahresweihnachtsmänner im Maßanzug sind auf Beglückungstour.

Michael Bartsch changiert skrupellos zwischen der biblischen Weihnachtsgeschichte und sehr heutigen Erscheinungen. Gar nicht blasphemisch gemeint, nur vom süßlichen Klingeling entkleidet, aufgelockert durch jazzige Weihnachtsmelodien gemeinsam mit dem Pianisten Christian Mögel.

Michael Bartsch, geboren 1953, ist freier Journalist und Autor. Er arbeitete als Pressesprecher des Sächsischen Landtags und als Redakteur der Leipziger Volkszeitung.

Christian Mögel, Jahrgang 1951, ist als Klavierspieler in der Kleinkunst und im Jazz tätig.

Fr. 06.12.2019
6€ / 4€
Lange Nacht der Autoren

Innen trifft auf Außen,

Außen trifft auf Innen

19:00

Vier auswärtige Dichter*innen treffen auf vier einheimische, vier überregionale auf vier Dresdner, sodass es zu einer produktiven Auseinandersetzung, im besten Sinne einer osmotischen Durchdringung von Innen und Außen kommt, von poetologischen und ästhetischen Positionen.

 

Die Lange Nacht 2019 ist massiv „ostlastig“, was mit dem 30. Jahrestag der friedlichen Revolution zu tun hat. Es ist von höchstem Interesse, von den Erfahrungen der Autor*innen zu hören, die sich in ihrer Lyrik wiederfinden: Welche Literatur hat sie geprägt, welche Schreibanlässe hatten sie und welche Ziele verfolgten sie mit ihrer Dichtung?

 

Die seit vielen Jahren vom Erich Kästner Haus für Literatur gepflegte Lange Nacht stellt vor allem Lyrik vor. Dieses Genre befördert wie kaum eine andere literarische Gattung per se das Aushalten von Mehrdeutigkeit als demokratische Haltung. In Zeiten der fortgesetzten Polarisierung im öffentlichen Diskurs kommt der Lyrik eine besondere Aufgabe zu. Lyrik zeigt, dass es immer mehrere Meinungen gibt. Interpretationen können so vielseitig sein wie ihre Teilnehmer, und jede Interpretation hat ihre ureigene Berechtigung. Lyrik ist Ausdruck einer zutiefst demokratischen, freiheitlichen Haltung. 

Kerstin Becker

Franziska Gerstenberg

Ulf Großmann

Lütfiye Güzel

Nancy Hünger

Uwe Kolbe

Christoph Kuhn

André Schinkel

 

Moderation: Michael G. Fritz