Programm

September 2022

Mi. 09.11. 2022
Durs Grünbein – "Äquidistanz"

Reihe: "Freiheit - große, kleine oder keine?"

Wir bitten um Voranmeldung.

19:00

Der in Dresden geborene Lyriker Durs Grünbein stellt im Erich Kästner Haus seinen neuen Gedichtband Äquidistanz vor.

Durch Geschichte und Gegenwart verfolgt Durs Grünbein in diesem neuen, seinem zwölften Gedichtband seinen Kurs des Poetisch-historischen Gedichts. Als Spurensicherung, Ortsbestimmung versteht der Dichter seine Streifzüge durch Zeiten und Räume, in denen er nicht nur Deutschland, sondern auch dem Gegenpol vieler Deutscher, Italien, und in beiden Ländern sich selbst begegnet. Immer, hier wie dort, kreuzt Vergangenheit den Weg des Wanderers. Durch Mörderreviere führen seine Verse ebenso wie über Lichtungen, zu Tauchgängen im Mittelmeer wie auf gesamtdeutsche Sandpfade und betonierte Magistralen, zwischen Kiesgruben und Flakbunkern, entlang der Ost-West-Achse des unruhigen, wieder mit Kriegen konfrontierten Kontinents. Dass bei solchen Eindrücken der europäische Gedanke ins Spiel kommt – als Realität und Utopie –, wird niemanden wundern, der Grünbein auf seinen Wegen gefolgt ist. "Für alle Fälle kann Dichtung auch das sein: ein Gerät zum Einfangen der Zukunft." (Suhrkamp)

Moderation: Uwe Hübner

Gefördert durch:

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Das Bundesprogramm "Neustart"
Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien
Die Landeshauptstadt Dresden

Mi. 30.11. 2022
7 € / 5 € / 5 €
Sasha Marianna Salzmann – "Im Menschen muss alles herrlich sein"

Lesung in der Themenreihe "Freiheit - große, kleine oder keine?"

In Kooperation mit dem Deutschen Hygiene Museum Dresden
(Reihe "Umbruch: Nachwendezeit in Stadt und Land")

Findet im DHMD statt.

Foto: Heike Steinweg

19:00

Wie soll man "herrlich" sein in einem Land, in dem Korruption und Unterdrückung herrschen, in dem nur überlebt, wer sich einem restriktiven Regime unterwirft? Wie soll man diese Erfahrung überwinden, wenn darüber nicht gesprochen wird, auch nicht nach der Emigration und nicht einmal mit der eigenen Tochter? "Was sehen sie, wenn sie mit ihren Sowjetaugen durch die Gardinen in den Hof einer ostdeutschen Stadt schauen?", fragt sich Nina, wenn sie an ihre Mutter Tatjana und deren Freundin Lena denkt, die Mitte der neunziger Jahre die Ukraine verließen, in Jena strandeten und dort noch einmal von vorne begannen. Lenas Tochter Edi hat längst aufgehört zu fragen, sie will mit ihrer Herkunft nichts zu tun haben. Bis Lenas fünfzigster Geburtstag die vier Frauen wieder zusammenbringt und sie erkennen müssen, dass sie alle eine Geschichte teilen.

(Suhrkamp)

In ihrem* Roman wirft Salzmann die Frage nach individueller Freiheit in vielfältiger Weise auf. Wie das herrschende politische System die eigene Freiheit einschränkt und lenkt, erlebt insbesondere Lena in der Sowjetunion. Doch auch die Frage nach dem Einfluss der Eltern und Großeltern auf das eigene Leben thematisiert der Mehrgenerationenroman.

 

 

Moderation: Miryam Schellbach

Tickets: 7 € / 5 € ermäßigt

Zugang zum Livestream: 5 € (48h abrufbar)

Gefördert durch:

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Das Bundesprogramm "Neustart"
Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien
Die Landeshauptstadt Dresden

Do. 19.01. 2023
Andrea Giovene – "Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero"

Übersetzt und präsentiert von Moshe Kahn

Eine Veranstaltung des Italienzentrums in Kooperation mit dem Erich Kästner Haus für Literatur

19:00

Nach dem Meisterwerk "Horcynus Orca" von Stefano D’Arrigo hat der Übersetzer Moshe Kahn nun einen weiteren Schatz der italienischen Literatur gehoben: Andrea Giovenes "Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero". Den ersten Band stellt er im Erich Kästner Haus für Literatur vor.

Giuliano di Sansevero wächst auf in der verfallenden Pracht der Paläste seiner Vorfahren; während des Aufenthalts in einer nahe bei Neapel gelegenen Klosterschule bricht der Erste Weltkrieg aus. Im Schatten des Krieges und in der turbulenten Zeit danach erwachen im jungen Giuliano die Liebe zu den Büchern, das Interesse am weiblichen Geschlecht – und die Neugier auf die Welt.

 

Die weiteren vier Bände der "Autobiographie des Giuliano di Sansevero" wurden ebenfalls von Moshe Kahn übersetzt und erscheinen im Herbst 2022 und im Jahr 2023.