Programm

September 2026

Bild der Autorin
24.09.
8 € | 5 €
Jayne-Ann Igel – „Der Meere lidloser Schlag“

Lesung und Gespräch

Foto: Gerd Mothes

19:00Uhr

Was ist ein Ort – wenn man ihn nicht mehr erkennt? Wenn Landschaften abgetragen, geflutet, überschrieben werden – und dennoch Spuren tragen? "der meere lidloser schlag" versammelt Gedichte der preisgekrönten Autorin Jayne-Ann Igel, die durch solche Räume führen: durch Tagebaufolgelandschaften, Randzonen, Verkehrsadern, durch Städte und Wälder, die ihre eigene Vergangenheit nicht loswerden. Es sind Texte der Bewegung, des Transits, des tastenden Sich-Verortens – immer unterwegs zwischen Innen und Außen, Erinnerung und Gegenwart, Körper und Gelände.

Dabei durchziehen das Buch die Erfahrungsräume der DDR und der Nachwendezeit – nicht als erzählte Geschichte, sondern als sedimentierte Wirklichkeit: eingeschrieben in Böden, Infrastrukturen, Sprachreste. Igel folgt diesen Einschreibungen mit einer präzisen hochsinnlichen Poetik, die Wahrnehmung und Reflexion ineinander verschiebt. Selten ist das Verhältnis von Landschaft und Existenz so eindringlich, so unaufgeregt radikal vermessen worden. Manch Abraum ist Albtraum, manch Revier ist Heimat, die man erspürt. Eine sanfte, dringliche, berührende Stimme, einzigartig in der deutschen Gegenwartslyrik.

„Dichtung der Schwellen und Übergänge: hochsensibel, melancholisch und von analytischer Genauigkeit.“
(Jury, Hölty-Preis)


Jayne-Ann Igel, 1954 in Leipzig geboren, absolvierte dort eine Ausbildung für wissenschaftliche Bibliotheken und arbeitete anschließend zunächst in der Deutschen Bücherei Leipzig sowie im Buchhandel, bevor sie nach einem Theologiestudium ins Gesundheitswesen wechselte. Ihr literarischer Weg begann im Untergrund der späten DDR mit selbstverlegten Grafik-Gedicht-Mappen und Zeitschriften. Seit 1988 ist sie als Schriftstellerin tätig und hat mit verschiedenen bildenden Künstlern zusammengearbeitet. 2007 wurde sie mit der Dr.-Manfred-Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung 1859 ausgezeichnet. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie 2026 den Kunstpreis Berlin in der Sparte Literatur sowie den Hölty-Preis der Landeshauptstadt Hannover. Heute lebt sie als freie Autorin in Dresden, arbeitete als Redakteurin an der Literatur- und Kunstzeitschrift Ostragehege mit und ist Mitherausgeberin der Reihe Neue Lyrik des Poetenladens.

Moderation:
Undine Materni

Eintritt: 8 € | 5 € 

Wir bitten um Voranmeldung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Sächsischen Literaturrat

30.09.
Eintritt frei
Israel Café

Speed-Dating mit Israel

Foto: Nano Banana

18:30Uhr

Ein Abend voller Gespräche, Begegnungen und unterschiedlicher Perspektiven: Das Israel-Café setzt auf ein interaktives Format in lockerer Atmosphäre. Statt klassischer Vorträge stehen persönliche Gespräche und der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten im Mittelpunkt. An mehreren Thementischen erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, unterschiedliche Facetten Israels kennenzulernen. Im Stil eines „Speed-Datings“ wechseln die Gesprächsrunden alle 15 bis 20 Minuten. So entstehen kurze, intensive Begegnungen und vielfältige Einblicke in Themen, die Israel prägen. Das Spektrum reicht von Geschichte und Politik über Judentum und religiöses Leben bis hin zu Alltag und Gesellschaft, Kultur und touristischen Highlights.

Zu den Expertinnen und Experten gehören unter anderem Ralf Wilhelm von der Deutsch-Israelischen Gemeinde Dresden, Rabbiner Akiva Weingarten von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden, die freiberufliche Hebräisch-Dozentin Margarete Fuesser sowie Dr. Alexey Alekseenko, Head of REPOINT Lab an der United Nations University Dresden.

Das Israel-Café richtet sich an Menschen mit und ohne Vorkenntnisse. Fragen, Eindrücke und Diskussionen sind ausdrücklich Teil des Konzepts. Der Abend bietet Gelegenheit, neue Blickwinkel kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und möglicherweise auch eigene Vorstellungen oder Vorurteile zu hinterfragen.

Eintritt frei

Begrenzte Teilnehmerzahl

Wir bitten um Voranmeldung unter ikt.digev@gmail.com.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelische Gesellschaft Dresden in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden und dem Erich Kästner Haus für Literatur

26.10.
Eintritt frei
Schreibwerkstatt

Mit Michael G. Fritz & Alexander Estis

Foto: Heidrun Voigt

18:00Uhr

Seit 20 Jahren betreibt der Autor Michael G. Fritz unter dem Dach des Erich Kästner Hauses für Literatur in Dresden die Schreibwerkstatt für angehende, aber auch mittlerweile gestandene Autoren. Manche haben die Werkstatt nur einige Male besucht, andere erscheinen regelmäßig und nutzen die produktive Atmosphäre des literarischen Austauschs. Es gibt Autoren und Autorinnen mit beachtlichen Einzelveröffentlichungen, die Romane, Kurzprosa, Gedichte umfassen, die bereits mit ersten Preisen bedacht worden sind. 

Die Schreibwerkstatt hat sich zu einem festen Bestandteil der Dresdner Literaturszene entwickelt. Viermal im Jahr ist sie an die Lesereihe "Sprachen machen Leute" gekoppelt, in der Autoren und Autorinnen nichtdeutscher Muttersprache vorgestellt werden, die als Gast in der Schreibwerkstatt mitwirken. In diesem Fall werden Werkstatt und Lesung von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches" unterstützt.

Wenn Sie an der Schreibwerkstatt teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Textprobe bis zum 17.10. per Mail an kontakt@kaestnerhaus-literatur.de.

Voranmeldung erforderlich!

Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches"

27.10.
8 € | 5 €
19:00Uhr

Er weiß, wovon die ganze Mischpoche sofort meschugge wird, was sich mit Mojsche zutrug, als er ein Goj wurde, oder wie es eigentlich sein kann, dass es in Deutschland mehr jüdische Freunde gibt als Juden. Dabei spießt er nicht nur Vorurteile und Klischees genussvoll auf, sondern zeigt auch, dass keine lächerliche Autorität davor sicher sein kann, noch lächerlicher gemacht zu werden. Denn Alexander Estis redet Tacheles, selbst wenn er Schmonzes erzählt.

Alexander Estis wurde 1986 in Moskau geboren und siedelte 1996 mit seiner Familie nach Hamburg über. Nach dem Abschluss seines Studiums lehrte er deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten. Seit 2016 lebt er als freier Autor in der Schweiz. Neben seiner literarischen Tätigkeit verfasst Estis Essays, Glossen und Kolumnen, gestaltet Radiobeiträge für Deutschlandradio Kultur und übersetzt Lyrik sowie Prosa aus dem Russischen. Alexander Estis ist Mitglied der Vereinigung Autorinnen und Autoren der Schweiz, des PEN Berlin und des Exil-PEN. Für sein literarisches Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2023 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis. Im Jahr 2025 war er Stadtschreiber in Dresden.

Moderation:
Michael G. Fritz

Eintritt: 8 € | 5 €

Wir bitten um Voranmeldung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches"

02.11.
8 € | 5 €
Alice Horáčková – "Geteiltes Haus"

Lesung und Gespräch

Foto: Richard Klíčník 

19:00Uhr

Benetzko im Riesengebirge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier treffen Wilderer auf freigeistige Frauen, Stofffabrikanten auf spiritistische Damen, heiraten Tschechen Deutsche – nur um sich dann darüber zu streiten, wer zuerst die neue Schule bauen wird und wer einen Hund namens Masaryk getötet hat. Inmitten geheimer Romanzen, beiläufigem Verrat und Namensänderungen kosten kleine Entscheidungen am Ende Menschenleben.

Nach dem großen Erfolg in Tschechien liegt das Buch "Geteiltes Haus" nun bei Diogenes auf Deutsch vor. Ausgehend von der Geschichte ihrer eigenen Familie entwickelt die Autorin und Publizistin Alice Horáčková (*1980) eine mitreißende Familiensaga. Alice Horáčková wird selbst Passagen aus der deutschen Übersetzung lesen. Die Veranstaltung moderiert Steffen Neumann (ehem. Sächsische Zeitung).

Das Buch kann vor Ort gekauft und von der Autorin signiert werden.

Die Lesung findet im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern statt, das anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026 organisiert wird.

 

Eintritt:
8 € | 5 €

Voranmeldung erforderlich

Eine Veranstaltung der Euroregion Elbe/Labe in Kooperation mit dem Erich Kästner Haus für Literatur

16.11.
Eintritt frei
Schreibwerkstatt

Mit Michael G. Fritz & Boris Schumatzky

Foto: Heidrun Voigt

18:00Uhr

Seit 20 Jahren betreibt der Autor Michael G. Fritz unter dem Dach des Erich Kästner Hauses für Literatur in Dresden die Schreibwerkstatt für angehende, aber auch mittlerweile gestandene Autoren. Manche haben die Werkstatt nur einige Male besucht, andere erscheinen regelmäßig und nutzen die produktive Atmosphäre des literarischen Austauschs. Es gibt Autoren und Autorinnen mit beachtlichen Einzelveröffentlichungen, die Romane, Kurzprosa, Gedichte umfassen, die bereits mit ersten Preisen bedacht worden sind. 

Die Schreibwerkstatt hat sich zu einem festen Bestandteil der Dresdner Literaturszene entwickelt. Viermal im Jahr ist sie an die Lesereihe "Sprachen machen Leute" gekoppelt, in der Autoren und Autorinnen nichtdeutscher Muttersprache vorgestellt werden, die als Gast in der Schreibwerkstatt mitwirken. In diesem Fall werden Werkstatt und Lesung von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches" unterstützt.

Wenn Sie an der Schreibwerkstatt teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Textprobe bis zum 06.11. per Mail an kontakt@kaestnerhaus-literatur.de.

Voranmeldung erforderlich!

Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches"

17.11.
8 € | 5 €

Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
 

Boris Schumatzky, geboren 1965 in Moskau, lebt seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Autor in Berlin und München. Schumatskys Essays zum politischen Geschehen erscheinen u. a. in "taz", "ZEIT", "NZZ" und "SZ". 2025 las er auf Einladung von Philipp Tingler einen Auszug aus "Die Seine fließt ins Schwarze Meer" in Klagenfurt beim Bachmann-Wettbewerb, wo er den Deutschlandfunk-Preis gewann. Boris Schumatsky stand auf der Shortlist für den "Wortmeldungen-Literaturpreis für kritische Texte 2026". Im Residenz Verlag erschien 2016 sein politischer Essay "Der neue Untertan" und 2026 sein Roman "Die Seine fließt ins Schwarze Meer“. 

Moderation:
Michael G. Fritz

Eintritt: 8 € | 5 €

Wir bitten um Voranmeldung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der Buchhandlung Thalia "Haus des Buches"