Programm

April 2021

Do. 20.05. 2021
7 € / 5 €

Der neue Essayband von Utz Rachowski vereint eine thematisch beeindruckende Vielfalt von Reden, Aufsätzen und Portraits, die – bisweilen verblüffend, aber immer mit großer Klarheit – die Vergangenheit unbestechlich mit der Gegenwart verknüpfen. Zum ersten Mal veröffentlicht er außerdem seine Briefe, die er im Gefängnis geschrieben hat.

1979 wurde er wegen eigener Texte und der Weitergabe von Gedichten von Reiner Kunze, Jürgen Fuchs und Wolf Biermann inhaftiert und im November 1980 ausgebürgert. Heute ist der gebürtige Plauener Lyriker und Essayist und seit 2003 Bürger- und Rechtsberater zur Rehabilitierung von Opfern der SED-Diktatur.

Moderation: Michael G. Fritz

Eintritt: 7 € / 5 €

Mi. 26.05. 2021
Marjana Gaponenko - "Der Dorfgescheite"

Lesung und Gespräch in der Reihe "Sprachen machen Leute"

Foto: Ekko von Schwichow

19:00

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch «Radio Gabriel» empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers «Dialogus miraculorum». Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft «Zum Lamm» unten im Dorf vielleicht mehr?


(C.H. Beck)

Moderation: Michael G. Fritz

Di. 01.06. 2021
Eintritt frei!
SIGNUM am Abend

Lesung mit Thomas Rosenlöcher und Bernd Schirmer

Foto: Hans Ludwig Böhme / Suhrkamp Verlag

 

19:00

Vorgestellt wird das Signum-Sommerheft 2021 mit neueren lyrischen und Prosatexten, Aphorismen und Reflexionen u. a. von Diana Feuerbach, Alexander Estis, Theodor Weißenborn, Sabine Vöttel, Max Rademann, Patrick Wilden. Der EXKURS „Unterm Kamm“ präsentiert bekannte und unbekannte Dichter und Erzähler aus dem Erzgebirge.
Es lesen: Bernd Schirmer („Clawohns Globus“, „Silberblick“) und Thomas Rosenlöcher („Mäandertal“ und andere Gedichte).

Musikalische Begleitung: Thomas Scholz (Gitarre)

Moderation: Norbert Weiß

PEN II
Do. 03.06. 2021
7 € / 5 €
Róža Domašcyna, Ralph Grüneberger, Andreas Reimann

Lesung und Gespräch in der P.E.N. Lesereihe "In allen Himmelsrichtungen"

19:00

Zur zweiten Veranstaltung in der P.E.N. Lesereihe kommen mit Róža Domašcyna, Ralph Grüneberger und Andreas Reimann drei sächsische Schriftsteller*innen in Das Erich Kästner Haus für Literatur. Im Gepäck haben sie vorwiegend Lyrik der letzten Jahre, das Publikum darf sich jedoch auch auf das ein oder andere Prosastück freuen.

Es lesen:

Róža Domašcyna: "W času zeza časa" und "stimmen aus der unterbühne"

Ralph Grüneberger: "Leipziger Geschichten" und "Enthält Kunstplatzierung"

Andreas Reimann: "Das große Sonettarium"

 

Fr. 02.07. 2021
7 € / 5 €
Die lange Nacht der Autoren

Thema: 60 Jahre Mauerbau

Safiye Can, Tanja Dückers, Uwe Kolbe, Grit Poppe, Lutz Rathenow, Kathrin Schmidt, Ron Segal, Volker Sielaff

18:00

Die seit vielen Jahren vom Erich Kästner Haus für Literatur gepflegte Lange Nacht der Autoren weist, indem sie in diesem Jahr der Errichtung der Berliner Mauer gedenkt, die sich 2021 zum sechzigsten Mal jährt, auf die Funktion der Literatur hin, die sie per se übernimmt, wenn sie wahrhaftig ist: auf die Bewahrung von Erinnerung. Menschen, die sich nicht mehr erinnern, sind leichter zu manipulieren.

Vier auswärtige Dichter*innen treffen auf vier einheimische, vier überregionale auf vier Dresdner, so dass es zu einer produktiven Auseinandersetzung, im besten Sinne einer osmotischen Durchdringung von Innen und Außen kommt, von poetologischen und ästhetischen und in diesem besonderen historischen Fall auch von politischen Positionen.

Die Erinnerung an die Berliner Mauer als Symbol der deutschen Teilung und Ausdruck des totalitären Regimes im Osten Deutschlands ruft bei allen der eingeladenen acht Autoren recht unterschiedliche Assoziationen und Schreibanlässe hervor. Die nachgeborenen, jüngeren Autor*innen, besonders wenn sie aus dem westlichen Teil Deutschlands kommen, haben einen ganz anderen Blick auf das Thema als die, die in Berlin gelebt haben und die sächsischen Autor*innen nähern sich diesem Thema wiederum anders.

Der Jüngste in der Runde ist Ron Segal (Jahrgang 1980), der Älteste Lutz Rathenow (Jahrgang 1952). Wie eine Klammer umfassen die beiden mit ihren sehr unterschiedlichen Erfahrungen, politischen wie ästhetischen, mit ihrer lokal geprägten Weltsicht die übrigen Dichterinnen und Dichter.

Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven, mit der zu rechnen ist, macht gerade die Attraktivität des Leseabends aus.

Moderation:
Michael G. Fritz