Programm

June 2021

Mi. 16.06. 2021
7 € / 5 €
Buchsalon

Kritiker*innenrunde und Lesung

Sächsischer Literaturrat e.V. in Kooperation mit dem Erich Kästner Haus für Literatur

Gartenveranstaltung

19:00

Wir laden zum alljährlichen Gespräch über sächsische Neuerscheinungen auf dem Literaturmarkt in unseren Garten ein. In diesem Jahr diskutieren der freie Journalist Michael Ernst, die Journalistin und Redakteurin Annett Groh (OSTRAGEHEGE) und der Autor und Lyriker Thomas Rosenlöcher die Romane „August“ des in Dresden geborenen Autors Peter Richter und „Die Gespenster von Demmin“ von Verena Keßler sowie John Sauters Gedichtband „Zone“. Allen drei Texten ist gemein, dass sie von Autor*innen geschrieben wurden, die in Sachsen leben oder geboren wurden.

Zusätzlich wird der in Leipzig lebende Autor Andreas Lehmann aus seinem Roman „Über Tage“ lesen. In Lehmanns Angestellten-Prosa wird der Papiereinkäufer Joscha Farbach durch einen besonderen Auftrag aus seiner selbstgewählten Alltagsmonotonie herausgerissen und mit dem Lärm seiner Umgebung konfrontiert. Es beginnt die Suche nach einer neuen Selbstsicherheit.

 

 

Wir bitten um Voranmeldung.

 

 

 

Mi. 23.06. 2021
7 € / 5 €
Arezu Weitholz – "Beinahe Alaska"

Lesung und Gespräch in der Themenreihe: "GESCHEITER ODER GESCHEITERT?"

Foto: Alex Otto

19:00

Eine Fotografin, 45, kein Partner, keine Kinder, keine Eltern mehr, geht auf eine Expeditionskreuzfahrt von Grönland nach Alaska. Sie ist froh, dass ihr Beruf es ihr erlaubt, »dauernd nach vorn zu sehen«. Doch natürlich melden sich die nicht zu Ende gedachten Gedanken und offenen Fragen, irgendwo zwischen der Enge an Bord unter nicht ausnahmslos angenehmen Mitreisenden (wie Schriftsteller, die Buchclub-Schreibkurse geben, oder Influencer mit fragwürdigen Tischmanieren) und den kühlen Weiten der Arktis. Der Blick der Erzählerin auf die anderen, die Natur und sich selbst ist so hintergründig-witzig wie warmherzig-entlarvend. Als das Schiff vor der vereisten Bellotstraße kehrtmachen muss, mit neuem Kurs auf Neufundland, begreift sie nach und nach, dass der Trick manchmal gerade im Beinahe-Ankommen besteht, auf Reisen wie im Leben.

(mare Verlag)

Moderation: Andrea O'Brien

Fr. 02.07. 2021
7 € / 5 €
Die lange Nacht der Autoren

Thema: 60 Jahre Mauerbau

Safiye Can, Tanja Dückers, Uwe Kolbe, Grit Poppe, Lutz Rathenow, Kathrin Schmidt, Ron Segal, Volker Sielaff

18:00

Die seit vielen Jahren vom Erich Kästner Haus für Literatur gepflegte Lange Nacht der Autoren weist, indem sie in diesem Jahr der Errichtung der Berliner Mauer gedenkt, die sich 2021 zum sechzigsten Mal jährt, auf die Funktion der Literatur hin, die sie per se übernimmt, wenn sie wahrhaftig ist: auf die Bewahrung von Erinnerung. Menschen, die sich nicht mehr erinnern, sind leichter zu manipulieren.

Vier auswärtige Dichter*innen treffen auf vier einheimische, vier überregionale auf vier Dresdner, so dass es zu einer produktiven Auseinandersetzung, im besten Sinne einer osmotischen Durchdringung von Innen und Außen kommt, von poetologischen und ästhetischen und in diesem besonderen historischen Fall auch von politischen Positionen.

Die Erinnerung an die Berliner Mauer als Symbol der deutschen Teilung und Ausdruck des totalitären Regimes im Osten Deutschlands ruft bei allen der eingeladenen acht Autoren recht unterschiedliche Assoziationen und Schreibanlässe hervor. Die nachgeborenen, jüngeren Autor*innen, besonders wenn sie aus dem westlichen Teil Deutschlands kommen, haben einen ganz anderen Blick auf das Thema als die, die in Berlin gelebt haben und die sächsischen Autor*innen nähern sich diesem Thema wiederum anders.

Der Jüngste in der Runde ist Ron Segal (Jahrgang 1980), der Älteste Lutz Rathenow (Jahrgang 1952). Wie eine Klammer umfassen die beiden mit ihren sehr unterschiedlichen Erfahrungen, politischen wie ästhetischen, mit ihrer lokal geprägten Weltsicht die übrigen Dichterinnen und Dichter.

Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven, mit der zu rechnen ist, macht gerade die Attraktivität des Leseabends aus.

Moderation:
Michael G. Fritz

Do. 08.07. 2021
7 € / 5 €
Nico Holonics liest aus "Der Gang vor die Hunde"

Lesung und Gespräch in der Reihe
GESCHEITER ODER GESCHEITERT?

Veranstaltung im Garten

19:00

Erich Kästners Roman „Der Gang vor die Hunde“ ist die bildhafte Beschreibung eines Untergangs. Gemeint ist damit aber nicht nur das individuelle Schicksal der Figuren, die auf ganz unterschiedliche Weise scheitern oder gar ihr Leben verlieren. Das ganze Buch kann auch als Portrait einer untergehenden Gesellschaft, die moralisch alle Maßstäbe verloren hat und, wie Reich-Ranicki es ausdrückte, als „Plädoyer für die Vernunft in unvernünftigen Zeiten“ gelesen werden.

Nico Holonics studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin und ist seit dem in verschiedenen Theater- und Fernsehproduktionen zu sehen. Er arbeitet zudem regelmäßig für den Rundfunk und als Hörbuchsprecher. Neben "Der Gang vor die Hunde" sind von ihm weitere Kästner-Texte als Hörbuchaufnahmen erhältlich. u.a "Das Blaue Buch" und "Der Herr aus Glas".

Do. 15.07. 2021
7 € / 5 €
Nora Bossong – "Schutzzone" & "Auch morgen"

Lesung und Gespräch in der Reihe:
"GESCHEITER ODER GESCHEITERT?"

Foto: Heike Steinweg

 

20:00

Über den Roman "Schutzzone":

Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 94 einige Monate gelebt hat. Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät auch Miras Souveränität ins Wanken, ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden.

(Suhrkamp)

 

Über "Auch morgen":

Ob in ihren preisgekrönten Romanen, Reportagen oder Essays – Nora Bossongs Texte führen stets mitten hinein in die schmerzhaft relevanten Problemfelder unserer Zeit. Wo andere vorschnelle Urteile fällen oder sich auf sich selbst zurückziehen, schaut sie genau hin, hört teilnahmsvoll zu und stellt Fragen: nach kolonialer Schuld und globaler Gerechtigkeit, nach den Herrschaftsansprüchen des Westens und der Natur des Bösen.

(Suhrkamp)

 

Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren und studierte Kulturwissenschaft, Philosophie und Komparistik sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie schreibt Lyrik, Romane und Essays für die sie u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis und dem Joseph-Breitenbach-Preis ausgezeichnet wurde.

Der Roman „Schutzzone“ stand 2019 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis“

Veranstaltung im Garten