Programm

October 2021

Di. 26.10. 2021
7 € / 5 €
Marjana Gaponenko - "Der Dorfgescheite"

Lesung und Gespräch in der Reihe "Sprachen machen Leute"

Foto: Ekko von Schwichow

19:00

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch «Radio Gabriel» empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers «Dialogus miraculorum». Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft «Zum Lamm» unten im Dorf vielleicht mehr?


(C.H. Beck)

Moderation: Michael G. Fritz

Do. 28.10. 2021
7 € / 5 €
Richard Pietraß – "Gästeliste"

Dresdenpremiere des neuen Gedichtbandes von Richard Pietraß

Foto: Foto gezett

19:00

Richard Pietraß stellt im Gespräch mit Peter Geist seinen neuen Gedichtband "Gästeliste" vor.

Gast unter Gästen ist Richard Pietraß in den Strophen seiner Gästeliste. Lobhymnen auf Freunde folgen Spottverse auf Platzhirsche und Schwatzspatzen. Wonnenbad, Burgfrieden, Hundewiese: Wechselbäder eines Gastes dieser Erde im Taumel seines Hummellebens.

 

Richard Pietraß ist Lyriker, Herausgeber und Übersetzer. Seit 1979 arbeitet er als freier Schriftsteller und wurde für sein Werk u.a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis ausgezeichnet. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift Poesiealbum. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Sächsischen Akademie der Künste.

Di. 02.11. 2021
Eintritt frei!
Wolfgang Hilbig – "Ich unterwerfe mich nicht der Zensur"

Wolfgang Hilbigs Briefe an DDR-Ministerien, Minister und Behörden herausgegeben und kommentiert von Michael Opitz

 

 

19:00

Am 31. August wäre der 1941 im thüringischen Meuselwitz geborene Wolfgang Hilbig 80 Jahre alt geworden. Bevor Hilbig 1985 die DDR verlassen konnte, war es immer wieder zu Kontroversen mit den Behörden gekommen. Man wollte seine Bücher nicht drucken und versuchte zugleich, ihn daran zu hindern, sie in der Bundesrepublik zu veröffentlichen.

Michael Opitz hat in den Archiven der DDR bis dahin unbekannte Briefe Hilbigs gefunden und zusammengestellt. Sie liegen nun in einem Heft der "Neuen Rundschau" vor, das ausschließlich Hilbig gewidmet ist. Der Band enthält auch die ministeriellen Antwortschreiben sowie aufschlussreiche Disparata aus dem ZK der SED und dem Ministerium für Staatssicherheit. Viele Briefe Hilbigs sind kleine poetische Kabinettstücke. Es handelt sich um die erste Publikation, die Hilbig als einen bedeutenden Briefautor vorstellt.

Moderation: Michael Wüstefeld

In Kooperation mit der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft und der S. Fischer Stiftung

Partnerveranstaltung:
03.11. 19:30 Der Dichter der Nacht. Ein Wolfgang Hilbig-Abend

Zentralbibliothek, Schloßstraße 2, 01067 Dresden
Mit Michael Hametner und Dieter Kalka
Eintritt frei!

Fr. 12.11. 2021
7 € / 5 €
Peter Stamm – "Das Archiv der Gefühle"

Lesung und Gespräch in der Themenreihe:

"GESCHEITER ODER GESCHEITERT?"

Foto: Anita Affentranger

19:00

Den Auftakt zum zweiten Teil unserer diesjährigen Themenreihe, die sich aus Anlass des Erscheinens von Kästners „Der Gang vor die Hunde“ mit dem Scheitern beschäftigt, macht der Schweizer Autor Peter Stamm. In seinem Roman „Das Archiv der Gefühle“ stellt er die Frage, ob wir im Leben unsere Chancen erkennen.

Die Sängerin Fabienne heißt eigentlich Franziska, und es ist vierzig Jahre her, dass sie eng befreundet waren und er ihr seine Liebe gestand. Fast ein ganzes Leben. Seitdem hat er alles getan, um Unruhe und Unzufriedenheit von sich fernzuhalten. Er hat sich immer mehr zurückgezogen und nur noch in der Phantasie gelebt. Er hat sein Leben versäumt. Aber jetzt taucht Franziska wieder auf. Gefährdet das seine geschützte Existenz, oder nimmt er diese zweite Chance wahr?

Moderation: Michael Ernst

Fr. 03.12. 2021
7 € / 5 €
Zoë Beck – "Paradise City"

Lesung und Gespräch in der Themenreihe:

"GESCHEITER ODER GESCHEITERT"

Foto: Victoria Tomaschko

19:00

Mit Zoë Beck und ihrem Roman "Paradise City" richten wir den Blick in unserer Themenreihe auf das Scheitern der (Welt-)Gesellschaft mit globalen Problemen, in diesem konkreten Fall dem Klimawandel. Ihren Text siedelt Beck in einem dystopischen Deutschland der Zukunft an, in dem die Küsten überschwemmt und weite Teile des Landes entvölkert sind. Die Natur holt sich die Ortschaften zurück, die die Menschen verließen.   

Liina, eine Rechercheurin bei einem nichtstaatlichen Nachrichtenportal, macht sich auf den Weg in die Uckermark, um dort eine, wie sie glaubt, völlig banale Meldung zu überprüfen. Dabei sollte sie eigentlich eine brisante Story übernehmen. Während sie widerwillig ihren Job macht, hat ihr Chef einen höchst merkwürdigen Unfall, der ihn fast das Leben kostet, und eine Kollegin wird ermordet. Beide haben an der Story gearbeitet, die Liina versprochen war. Anfangs glaubt sie, es ginge darum, ein Projekt des Gesundheitsministeriums zu vertuschen, aber dann stößt sie auf die schaurige Wahrheit.