Programm

July 2022

Thomas Rosenlöcher im Garten der Villa Augustin
Fr. 29.07. 2022
Eintritt frei!
Literarische Hommage an Thomas Rosenlöcher

Gartenveranstaltung

Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Künste

Es lesen:

Friedrich Dieckmann
Kerstin Hensel
Christoph Kuhn
Hans-Peter Lühr
Volker Sielaff
Michael Wüstefeld

20:00

Die Nachricht über den Tod des Dresdner Lyrikers Thomas Rosenlöcher sorgte für tiefe Bestürzung in der deutschen Literaturlandschaft. Man betrauerte den „Engel der Beharrlichkeit in der Gegenwartspoesie“ (Michael Braun, Die Zeit), der in seiner Lyrik das Überzeitliche im Augenblick festhielt. Als Prosaautor und pointierter Beobachter beschrieb Rosenlöcher nach der politischen Wende die Umbrüche im ehemaligen „Dreibuchstabenland“ DDR. Mit seinem Dresdner Tagebuch „Die verkauften Pflastersteine“ erlangte er bundesweite Aufmerksamkeit.

Am 29. Juli, Rosenlöchers 75. Geburtstag, kommen Vertraute des Dichters im Erich Kästner Haus für Literatur zusammen, um von Thomas Rosenlöcher zu erzählen – von persönlichen Begegnungen und seiner literarischen Bedeutung sowie um Texte aus seinem Werk vorzutragen.

Di. 13.09. 2022
7 € / 5 €
Hans-Jörg Dost – "wohin und überhaupt"

77 Episoden aus dem Leben des Heranwachsenden Johannes Leutscher

Moderation: Michael Wüstefeld

Musikalische Begleitung: Norbert Arendt (Flügel)

19:00

Erzählt wird die Jugend von Johannes Leutscher im Leipzig der 1950er Jahre. Weil seine Eltern selbstständig Handel betreiben, darf er kein Abitur machen und wechselt daraufhin an kirchliche Schulen in Brandenburg.

Auf der Suche nach seinem Lebensweg, nach dem Wohin, gerät er in Konflikt mit staatlichen und auch kirchlichen Strukturen.

Schließlich kehrt er Anfang der 1960er Jahre nach Leipzig zurück und beginnt Theologie zu studieren. Er nimmt regen Anteil am geistigen und künstlerischen Leben der Messestadt, das jenseits von DDR-Doktrinen eine besondere Freiheit sich nahm. Und so wird ihm ein Ziel immer mehr bewusst und bald ganz und gar und überhaupt.

Mi. 21.09. 2022
7 € / 5 €
Vladimir Vertlib – "Zebra im Krieg"

Lesung und Gespräch in unserer Reihe "Sprachen machen Leute"

In Kooperation mit der Sächsichen Landeszentrale für politische Bildung und der Thalia-Buchhandlung "Haus des Buches"

Moderation: Michael G. Fritz

19:00

Liebevoller Vater und wütender Hassposter: Paul ist beides, und als er im Netz bloßgestellt wird, kämpft er um seine Würde, Familie – und sein Leben.

Mit der Geschichte von Paul Sarianidis gelingt Vladimir Vertlib in „Zebra im Krieg“ ein meisterhaft ironischer, jedoch stets von Zuneigung und Humanität erfüllter Blick in menschliche und politische Abgründe: Paul lebt mit seiner Familie in einer vom Bürgerkrieg heruntergewirtschafteten osteuropäischen Stadt am Meer. Als er arbeitslos wird, verstrickt er sich immer tiefer in die wüsten Debatten, die in den Sozialen Medien toben. Doch eines Tages wird Paul von Boris Lupowitsch, einem Rebellenführer, den er im Internet bedroht hat, verhaftet. Lupowitsch rechnet mit ihm vor laufender Kamera ab. Paul wird verhöhnt und gedemütigt, das Video millionenfach gesehen. Wie kann er mit dieser Schande weiterleben?

(Residenz Verlag)

Mi. 05.10. 2022
Norbert Scheuer - "Winterbienen"

Lesung und Gespräch in unserer Reihe "Zusammenspiel"
(Kooperation mit dem Sächsischen Epilepsiezentrum)

Foto: Elvira Scheuer

 

19:00

Januar 1944: Während über der Eifel britische und amerikanische Bomber kreisen, gerät der wegen seiner Epilepsie nicht wehrtaugliche Egidius Arimond in höchste Gefahr. Er bringt nicht nur als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. 

Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in "Winterbienen" einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft. (C.H. Beck)

Für seinen Roman, der die turbulenten letzten Kriegsjahre in der Eifel mit der Krankheit des Protagonisten und dem Leben seiner Bienen verwebt, wurde Norbert Scheuer mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019.

Moderation:
Michael G. Fritz;
Dr. Thomas Mayer

 

Michael G. Fritz
Di. 11.10. 2022
Michael G. Fritz – "Meinen Apfelstrudel sollten Sie sich nicht entgehen lassen"

Eine Veranstaltung der Städtischen Bibliotheken Dresden

Zentralbibliothek Dresden
Schloßstraße 2
Dresden

Moderation: Marko Martin

Foto: Heidrun Voigt

19:30

Auf vielen Reisen durch Israel hat Michael G. Fritz Menschen kennengelernt, die bereit waren, sich ihm zu öffnen und ihre Biografie ebenso wie ihre Vorstellungen vom Leben in ihrem Land zu teilen. Wie lebt es sich in Israel, in einer Region, die auf mehr als viertausend Jahre zurückblickt und sich so sehr aus der eigenen Geschichte heraus definiert? Fritz erzählt authentische Geschichten, die Land und Leute den Leser*innen näherbringen.
Marko Martin im Nachwort: "Die Protagonisten in diesem klug, das heißt unaufdringlich komponierten Buch sind dabei keine eindimensionalen Thesengestalten, sondern Menschen in ihrer unverwechselbaren Individualität."

Michael G. Fritz wurde am 4.2.1953 in Ost-Berlin geboren. Er studierte an der Bergakademie Freiberg Tiefbohrtechnik und wurde 1975 aus politischen Gründen exmatrikuliert. Er arbeitete als Lagerarbeiter und Beifahrer, übte ab 1976 verschiedene Tätigkeiten in den Städtischen Bibliotheken Dresden aus. 1993 erfolgte die Rehabilitierung und Zuerkennung des Diploms durch die Bergakademie Freiberg. Fritz lebt als Schriftsteller und Publizist in Dresden und Berlin. Er ist Vorstandsmitglied im Erich Kästner Haus für Literatur e.V.