Sprachen machen Leute

Mi. 21.09. 2022
7 € / 5 €
Vladimir Vertlib – "Zebra im Krieg"

Lesung und Gespräch in unserer Reihe "Sprachen machen Leute"

In Kooperation mit der Sächsichen Landeszentrale für politische Bildung und der Thalia-Buchhandlung "Haus des Buches"

Moderation: Michael G. Fritz

19:00

Liebevoller Vater und wütender Hassposter: Paul ist beides, und als er im Netz bloßgestellt wird, kämpft er um seine Würde, Familie – und sein Leben.

Mit der Geschichte von Paul Sarianidis gelingt Vladimir Vertlib in „Zebra im Krieg“ ein meisterhaft ironischer, jedoch stets von Zuneigung und Humanität erfüllter Blick in menschliche und politische Abgründe: Paul lebt mit seiner Familie in einer vom Bürgerkrieg heruntergewirtschafteten osteuropäischen Stadt am Meer. Als er arbeitslos wird, verstrickt er sich immer tiefer in die wüsten Debatten, die in den Sozialen Medien toben. Doch eines Tages wird Paul von Boris Lupowitsch, einem Rebellenführer, den er im Internet bedroht hat, verhaftet. Lupowitsch rechnet mit ihm vor laufender Kamera ab. Paul wird verhöhnt und gedemütigt, das Video millionenfach gesehen. Wie kann er mit dieser Schande weiterleben?

(Residenz Verlag)

Mi. 06.04. 2022
7 € / 5 €
José F.A. Oliver – "wundgewähr"

Moderation: Michael G. Fritz

Foto: Privat

In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
und der Thalia-Buchhandlung "Haus des Buches"

19:00

In unserer Reihe "Sprachen machen Leute" stellt José F.A. Oliver seinen Gedichtband "wundgewähr" vor. Er schreibt mit „messer & gabel & schere & licht“. Nach Belieben ist Oliver das Kind, das mit den Sprachen spielt. Er stibitzt sie, wie das Kind die ihm verwehrten Instrumente. Aber Oliver lässt die Sprachen nicht feiern, er gibt sich keinen Sprachspielen hin, er macht aus ihnen lauter Spielsprachen. Bald humorvoll, bald zornig, auch ironisch, mitunter bitter und oft ohnmächtig, zuweilen mit »m:acht« und immer mit Bedacht verleiht er den Wörtern »weltbiss«, um »die welt mit sätzen zu verbessern« und in Gegenwart des Todes »die niederkunft der wundgewähr / aus welken & w:erden« zu verkünden.

José F. A. Oliver ist andalusischer Herkunft und wurde 1961 in Hausach (Schwarzwald) geboren, wo der Lyriker und Essayist lebt und arbeitet. Außerdem ist er als Literaturveranstalter und Übersetzer von Lyrik tätig. Hauptsächlich aus dem Spanischen und ins Spanische. Ausgezeichnet u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis, dem Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg, dem Basler Lyrikpreis und zuletzt mit dem Heinrich-Böll-Preis.

Wir empfehlen eine Voranmeldung.

Di. 26.10. 2021
7 € / 5 €
Marjana Gaponenko - "Der Dorfgescheite"

Lesung und Gespräch in der Reihe "Sprachen machen Leute"

Foto: Ekko von Schwichow

19:00

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch «Radio Gabriel» empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers «Dialogus miraculorum». Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft «Zum Lamm» unten im Dorf vielleicht mehr?


(C.H. Beck)

Moderation: Michael G. Fritz

Di. 14.09. 2021
Feridun Zaimoglu - "Die Geschichte der Frau"

Lesung und Gespräch in der Reihe
"Sprachen machen Leute"

Die Veranstaltung findet im Garten statt.

Foto: dpa

19:00

Feridun Zaimoglu lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel.

Feridun Zaimoglu zeigt sich erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit. Was ihm dabei gelingt, ist ein regelrechtes Wunder. Die Figuren dieses Buches klingen nicht nur lebendig – sie werden es: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. Kraftvoll, poetisch und subversiv. Kein Friedensangebot. Keine Schmeichelei. Tabula Rasa!

 

„Wortschatz und Vorstellungskraft des Wuchtbuches sind immens.“

Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel, 20.3.2019

 

Moderation: Michael G. Fritz

Gartenveranstaltung

Bei schlechtem Wetter findet die Lesung mit begrenzter Personenzahl und Maskenpflicht im Veranstaltungsraum im 1. OG. statt.

Di. 29.09. 2020
6 € / 4 €
Ilija Trojanow - "Doppelte Spur"

Lesung und Gespräch in der Reihe "Sprachen machen Leute"

Die Veranstaltung findet in der Thalia-Buchhandlung HAUS DES BUCHES, Dr.-Külz-Ring 12, 01067 Dresden statt.

Foto: Thomas Dorn Photography

 

20:00

Der investigative Journalist Ilija wird innerhalb weniger Minuten von zwei Whistleblowern des amerikanischen und des russischen Geheimdienstes kontaktiert. Ein großer Coup? Eine Falle? Er lässt sich auf das Spiel ein, zusammen mit Boris, einem amerikanischen Kollegen, folgt er der doppelten Spur nach Hongkong, Wien, New York und Moskau.
Die geleakten Dokumente eröffnen einen Abgrund von Korruption und Betrug, von üblen Verstrickungen krimineller Oligarchen und Mafiosi. Auch die Staatspräsidenten Russlands und Amerikas sind involviert. Was darf man glauben? Mit welcher Absicht werden Lügen verbreitet? Sind die beiden Reporter nur ein Spielball der Geheimdienste?
Literarisch virtuos wie kein anderer spielt Ilija Trojanow in diesem Roman mit Fakten und Fiktionen und führt uns wie nebenbei vor Augen, wie sehr wir durch Fake News zu Komplizen der Macht werden. (Fischer Verlag)

 

 

Moderation:

Michael G. Fritz, Roland Löffler

6 € / 4 € ermäßigt

In Kooperation mit:

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Thalia Buchhandlung "Haus des Buches"

 

Di. 14.07. 2020
6 € / 4 € ermäßigt
Artur Becker - "Der unsterbliche Mr. Lindley"

Lesung und Gespräch in unserer Reihe "Sprachen machen Leute"

Voranmeldung erforderlich

Foto: Magdalena Becker

19:00

Es ist ein heißes Augustwochenende. Das polnische-deutsche Familientreffen der Brikschinskis findet in diesem Jahr in einem neuen Hotel in Frankfurt statt, dem Lindley. Besonders für Robert ist es eine willkommene Auszeit; im Kreuz einen ganzen Sack voller Probleme, erhofft er sich während der Tage fern von Berlin Ablenkung und Entspannung. Und die ist ihm gewiss. Er verliebt sich nicht nur in eine russisch-jüdische Künstlerin und kommt in den Genuss halluzinogener Pilze (die das Hotel für besondere Freunde anbietet), sondern macht auch im Keller einer vietnamesischen Bar Bekanntschaft mit dem britischen Ingenieur William Lindley (der allerdings schon im 19. Jahrhundert die Frankfurter Kanalisation erbaut hat). An dessen Seite begegnet er im Untergrund der Stadt alten Freunden und Verstorbenen, während sein Vater im Hotel das Zeitliche segnet, die Leiche verschwindet, die Mutter in Ohnmacht fällt – und der Vater endlich in der festen Überzeugung, er sei Jesus Christus, wieder auftaucht.
(weissbooks)

„[…] ein phantasievoller Roman voller schräger Figuren, bei dessen Lektüre man viel lacht, viel nachdenkt und außerdem einiges lernt.“ Marta Kijowska, FAZ.

Moderation:

Michael G. Fritz

6 € / 4 € ermäßigt

In Kooperation mit:

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Thalia Buchhandlung "Haus des Buches"