Gregor Kunz – „Luftschiffhalde IV“
Lesung & Gespräch
Das Gros der Gedichte ist in diesem und in den letzten zwei Jahren entstanden. Sie zeugen von der anhaltenden Beschäftigung mit Herkunft, Kindheit und Jugend im Osten des Landes, mit der Wende und der Zeit danach. Mit Kunst wie mit politischen Realitäten. Sie geben Kunde vom Unterwegssein in Zügen, von Landaufenthalten, vom Blick auf Flächen mit dem „warmen Ton vergifteter Kräuter“ (Sachverhalte). Von Licht, Heiligen und Engeln in Wäldern ist zu lesen (Traumsequenz, November), von Vögeln, Bahnhöfen und Feldern. Es sind mitnichten Idyllen, überall findet man sich mit Spuren menschlicher Aktivitäten konfrontiert, auch dort, wo sie abwesend sind. Der Autor erkundet und reflektiert Zeitumstände, wie ein Teil der Sammlung ursprünglich hieß.
Gregor Kunz wurde 1959 in Ostberlin geboren. Seit 1979 schreibt er Gedichte und erhielt 1994 für die Höhe seiner Kunst, gemeinsam mit dem Schweizer Jürg Seeler, den 1. Förderpreis beim Lyrikpreis Meran. Der Großteil seines Werks erscheint bei Moloko Plus, neben einer dreibändigen Werkausgabe seiner Gedichte bis 2019 auch drei Collage-Romane und die vertonte Lesung „Nach Arkadia. Zoom“. Zu seinen bildnerischen Arbeiten gehören vor allem Collagen, Montagen und Illustrationen. Heute lebt der Autor in Dresden.