Michal Hvorecký – "Dissident"
Lesung & Gespräch
Als sich der Eiserne Vorhang am 10. Dezember 1989 für ihn öffnet, betritt Michal Hvorecký zum ersten Mal die "freie Welt". Jahrzehnte später droht ihm eine Haftstrafe, weil er die Kulturministerin seiner Heimat kritisiert hat. Mit viel Gespür für die feinen Risse in der Gesellschaft verbindet Hvorecky in seinem gerade beim Tropen Verlag erschienenen ersten Sachbuch mit dem Titel "Dissident" seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart.
Entlang seiner eigenen Geschichte verfolgt Michal Hvorecký den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Die Euphorie der "Samtenen Revolution", der hoffnungsvolle Aufbruch in ein neues Europa – und heute: der Kampf gegen ultrarechte Kulturpolitik. Eindringlich zeigt er, dass unser aller Einsatz für die Demokratie zwingend gefordert ist.
Michal Hvorecký, geboren 1976, lebt in Bratislava. Er verfasst regelmäßig Beiträge für die FAZ, Die Zeit und zahlreiche andere Zeitschriften. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Zuletzt sind von ihm bei Tropen erschienen: "Tod auf der Donau" (2012), "Troll" (2018) und "Tahiti Utopia" (2021).