Szenische Lesung – „Unsere Töchter, die Nazinen“
Nach dem gleichnamigen Roman Hermynia Zur Mühlens (1934)
Drei Frauen, die Arbeiterin Toni, die Gräfin Agnes und die Frau Dr. Feldhüter, Arztgattin mit dem dringenden Wunsch nach sozialem Aufstieg, leben in derselben Kleinstadt. Alle drei Frauen kennen sich und begegnen sich mit unterschiedlichen Gefühlen. Sie beschreiben ihre Familie - und die Entwicklung ihrer heranwachsenden Töchter. Die mehr und mehr herausbrechende Brutalität der Anhänger Hitlers kollidiert mit dem Wunsch der Töchter nach Selbstbestimmtheit, Anerkennung und Liebe.
Aristokratin, Kommunistin, Katholikin, unbeugsame Nazigegnerin und Exilantin: Hermynia Zur Mühlen wurde 1883 in Wien als Gräfin Folliot de Crenneville geboren und starb 1951 im englischen Exil. Geschätzt von Joseph Roth und Karl Kraus, war sie eine Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit ihren proletarischen Märchen hat sie ein eigenes Genre erfunden, darüber hinaus war sie eine politische Erzählerin und Publizistin von Rang.