Ulf Großmann – "Rohdaten"
Lesung und Gespräch
Foto: privat
Rohdaten – das ist, was anfällt. Ob durch Messung oder schieres Ansammeln, was hinterher vorliegt, sind die nackten Fakten. Doch in diesen neuen Gedichten von Ulf Großmann erfolgt keine Erhebung, auch nicht von Volkes Stimme. „Ich“, „du“ und „wir“ sprechen eine knappe, präzise Sprache. Die unscharfen Charaktere beharren auf ihrem Recht auf Unglück. Die Rückschau macht es nicht besser. Der lakonische Ton ist mit dem aus den „Nachträndern“ verwandt, womit der Dichter 2018 debütierte. Statt „Meine Ameisen“ nun „Meine Gegend“, aus der ein Garderobengott grüßt. Das neue Buch, das gnadenlos zart unsere Zeit seziert, hat wie das Leben eine brüchigere Syntax, die mit dem Enjambement von Bedeutungen spielt.
(Patrick Wilden)
Ulf Großmann wurde 1968 in Freiberg geboren und lebt heute in Dresden. Er ist ausgebildeter Baufacharbeiter und Verwaltungsfachangestellter, arbeitete Jahre auf dem Bau und im öffentlichen Dienst des Freistaates Sachsen. Er veröffentlichte Lyrik, Belletristik und Rezensionen in Zeitschriften und Anthologien (u. a. „außerdem“, „wortwerk“, „Das Magazin“, „Lichtungen“ und wirkt zudem als Herausgeber. Er war außerdem viele Jahre Redakteur der Zeitschrift für Literatur und Kunst „Ostragehege“.